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MHKW-Mainz GmbH

Portrait

Am Standort der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) im Industriegebiet Ingelheimer Aue hat die EGM im Zeitraum von Juni 2001 bis November 2003 ihr MHKW durch das Lieferkonsortium Martin GmbH, München und Walter Bau AG, Augsburg, errichten lassen. Die Errichtung eines dritten Verbrennungsofens mit dazugehöriger Abgasreinigung (Bauzeit Februar 2007 bis Herbst 2008) ermöglicht eine Erhöhung der Verbrennungsleistung um ca. die Hälfte. Das erste Müllfeuer wurde im dritten Dampferzeuger am 8.September 2008 gezündet.

Vorher konnten bereits Entsorgungsverträge mit der Stadt Mainz zur Entsorgung der Abfälle aus dem Stadtgebiet und den Landkreisen Mainz-Bingen und dem Donnersbergkreis sowie ein Entsorgungs- und Auslastungsvertrag mit der Remondis AG & Co. KG abgeschlossen werden. Die Stadt Mainz verfügt gemäß Gesellschaftsvertrag über besondere Rechte. Mit dem MHKW Mainz wird die Entsorgungssicherheit einer Region mit rund 500.000 Einwohnern dauerhaft und zuverlässig gewährleistet. Durch die langfristig abgeschlossenen Entsorgungsverträge ist die betriebswirtschaftlich notwendige Anlagenauslastung sichergestellt.

Eine wesentliche Maßgabe bei der Standortsuche und der Realisierung der Anlage bestand in der konsequenten Einbindung der Infrastruktur des Kraftwerk-Standortes, um somit die Synergieeffekte wirtschaftlich nutzen zu können.

  • So wird z. B. ein Teil des im MHKW produzierten Dampfs in das benachbarte Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD-Kraftwerk) eingespeist, wobei der Dampf dort ohne den Einsatz zusätzlicher Primärenergie (Erdgas) auf 550° C überhitzt und somit hocheffizient verstromt wird. Diese Anlagenkombination ist in Mainz erstmals in Deutschland zum Einsatz gekommen.
  • In einer weiteren Dampfturbinenanlage mit Frischwasserkühlung erfolgt ebenfalls eine effiziente Nutzung des erzeugten Hochdruckdampfs.

Beim MHKW Mainz handelt es sich in Bezug auf die im Abfall gebundene Energie und deren Nutzung zur Strom-, Prozessdampf und Fernwärmeerzeugung um eine energetisch vorbildliche Lösung, die der Tatsache Rechnung trägt, das schließlich der Heizwert der angelieferten Abfälle deutlich über dem Heizwert von z. B. Rheinischer Rohbraunkohle liegt und Abfall deshalb als Brennstoff anzusehen ist.

Zur Sicherstellung einer adäquaten Nutzung des heizwertreichen Mülls als Brennstoff hat die EGM entsprechende Lieferverträge zur Energienutzung abgeschlossen. Die Fernwärme-Abgabe geschieht über die Heizkraftwerk GmbH Mainz (www.fernwaerme-fuer-mainz.de)

Ein ebenso bedeutsamer Aspekt besteht in der verkehrstechnischen Anbindung der Anlage.

  • Der Standort ist für die Belieferung per Bahn oder Schiff ideal geeignet. In unmittelbarer Nachbarschaft, nur wenige Meter entfernt, entsteht das neue Mainzer Güterverkehrszentrum. Damit verfügt unser Standort über alle Transportmittel, die einem schnellen rationellen Containerumschlag vom Schiff oder von der Bahn garantieren. Wir können den Kontakt herstellen zu Dienstleistern, die für Sie Ihre Abfälle schnell, sauber und wirtschaftlich mittels geeigneter Containerlösungen bei uns einer thermischen Verwertung zuführen. Die Visualisierung auf der Seite des Zollhafens zeigt am oberen Rand das Mainzer Müllheizkraftwerk direkt anschließend an das Güterverkehrszentrum.

Durch die kompetente und zügige Bearbeitung der Genehmigungsunterlagen durch die Genehmigungsbehörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd Neustadt in Neustadt (SGD Süd - Rheinland Pfalz) und aller an diesem Projekt Beteiligten ist es innerhalb von wenigen Monaten gelungen, einen rechtskräftigen Genehmigungsbescheid nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zu erlangen.

Nach rund 24-monatiger Bauzeit bis zum ersten Müllfeuer ist das MHKW Mainz seit Dezember 2003 im Regelbetrieb. Die dritte Verbrennungslinie ist plangemäß seit dem 3. Quartal 2008 in Betrieb.